Sie sind unverzichtbare Gegenstände, und doch wird ihre Bedeutung oft unterschätzt. Fender dürfen auf einem Boot nicht fehlen, und zu wissen, wie man sie zwischen den Liegeplätzen des Yachthafens am besten einsetzt, gehört zur Grundausbildung jedes Eigners. Dennoch ist das Meer voll von frei treibenden Fendern, und es kann nur nützlich sein, sich einige praktische Tipps für ihren korrekten Gebrauch in Erinnerung zu rufen.
Anlegefender: Wie man sie richtig benutzt
Zunächst einmal sollten wir uns an ein wichtiges und in gewisser Weise selbstverständliches Detail erinnern: Fender dürfen nicht fest installiert bleiben, wenn sie einmal angebracht wurden, sondern müssen bei jedem neuen Anlegemanöver neu eingestellt werden, sobald man den zugewiesenen Liegeplatz erreicht hat. Der Grund ist einfach: Das Anlegen in unserem Yachthafen in Genua ist nicht identisch mit dem Anlegen am nächsten Tag in Camogli und erfordert andere Anordnungen und Vorsichtsmaßnahmen. Andernfalls verlieren die Fender ihre wichtigste Eigenschaft, nämlich die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Situationen.
Nach dieser notwendigen Vorbemerkung gehen wir Schritt für Schritt durch die Vorbereitungen für den Einsatz des Fenders während des Anlegemanövers. Der am besten geeignete Knoten ist der Webeleinstich, der nicht umsonst als „Fenderknoten“ bezeichnet wird. Einfach, effektiv unter Zug und nachträglich mit einem auf Slip gelegten Webeleinstich oder einem halben Schlag verstärkbar, besitzt der Webeleinstich alle Eigenschaften, um seine Aufgabe zu erfüllen.
Achten Sie jedoch darauf, keine Flüchtigkeitsfehler zu begehen, insbesondere wenn Sie den Knoten vorbereiten und den Fender außen hängen lassen. Dies ist ein teilweise riskantes, aber notwendiges Vorgehen, um die Maße zu nehmen und nicht nur zu versuchen. Neben der Empfehlung höchster Vorsicht möchten wir daran erinnern, dass die Fender, wenn der Knoten gelöst wird, bequem an Deck liegen können.
Sobald all diese Vorarbeiten erledigt sind, muss entschieden werden, wo die Fender platziert werden sollen. Die allgemeine Regel besagt, dass die Vorbereitung vor dem Einlaufen in den Hafen erfolgen sollte, zumindest wenn die Wetterbedingungen dies zulassen. Andernfalls ist es ratsam, in einen geschützten Bereich zu fahren und sich die nötige Zeit zu nehmen, um alle Handgriffe in Ruhe auszuführen. Aus diesem Grund kann ein aufmerksamer Beobachter feststellen, dass die meisten Boote, die zu ihrem Liegeplatz in Genua hier in der Marina Porto Antico zurückkehren, die Fender bereits in Position haben.
Wenn man die Situation am Liegeplatz im Voraus kennt, erfolgt die Platzierung der Fender fast automatisch, wie es eben bei den Stammgästen unseres Yachthafens in Liguria der Fall ist. Andernfalls können sie auf einer Standardhöhe angebracht werden, um dann eventuelle Anpassungen vorzunehmen. Unter Standardhöhe versteht man, dass der Fenderkopf parallel zur Scheuerleiste oder zur Basis der Fußreling liegt. Zu hoch hängende Fender rutschen bei Schwell nach oben, zu niedrig hängende dienen nicht dem Schutz des Bootes.
Die Platzierung hängt von der Struktur des Bootes ab. Ein klassisches Layout sieht den breitesten Teil des Rumpfes in der Mitte vor, und dort sollten die Fender platziert werden. Wenn die maximale Breite hingegen weiter hinten liegt, müssen sie näher zum Heck gerückt werden. Es ist jedoch eine gute Gewohnheit, während der Anlege- oder Festmachemanöver immer ein oder zwei Reservefender im Cockpit bereitzuhalten, um sie bei Bedarf nachträglich einzusetzen. Natürlich ist auch die Wahl der Anlegefender von Bedeutung: Neben der Form (zylindrisch, kugelförmig, flach usw.) zählen auch die Abmessungen, wobei man wissen muss, dass die Superyachten, die hier in Genua anlegen, natürlich weitaus größere Fender benötigen als jene, die zur Sicherung eines kleinen Gozzo oder eines Bootes von wenigen Metern erforderlich sind.
Diese kleinen Tipps werden Ihnen helfen, Ihre Fender optimal zu nutzen und das Risiko zu verringern, dass sie im Meer landen. Wir schließen mit einem weiteren kleinen Hinweis: Es ist vorzuziehen, sie an den Relingsstützen oder an den Relingsdurchzügen direkt dort zu befestigen, wo sie durch die Stützen verlaufen. Dies liegt daran, dass die Relingsdurchzüge unter konstanter Belastung auf Dauer „nachgeben“. Dies sollte nach Möglichkeit vermieden werden.

