In Genua mangelt es gewiss nicht an prächtigen Palästen, die schon beim bloßen Anblick sprachlos machen: Man denkt sofort an die berühmten Palazzi dei Rolli, die nicht ohne Grund zum UNESCO-Welterbe gehören, vom Palazzo Rosso über den Palazzo Bianco bis hin zum Palazzo Reale. Es gibt jedoch einen besonderen Palast abseits der meistbesuchten Touren, dem wir von Marina Porto Antico besonders verbunden sind: Vielleicht, weil er nur wenige hundert Meter von unseren BootsliegeplätzePortiAutorità di Sistema Portuale del Mar Ligure Occidentaleentfernt ist, vielleicht, weil er der historische Sitz der Hafenbehörde ist, oder vielleicht, weil in seinen Sälen wichtige Ereignisse für unseren Hafen von Genua stattfanden. Aus dem einen oder anderen Grund schweift unser Blick unweigerlich auf die majestätische Fassade des Palazzo San Giorgio, wenn wir die Piazza Caricamento überqueren – die übrigens erst kürzlich neu gestaltet wurde. In diesem kurzen Artikel unseres Blogs betrachten wir die Geschichte dieses bedeutenden Gebäudes, seine heutige Funktion sowie die Möglichkeiten einer Besichtigung.
Die Geschichte des Palazzo San Giorgio und was er heute ist – kurz gefasst
Wir befinden uns nur wenige Gehminuten von den Anlegestellen unseres Jachthafens in Genua entfernt, mitten im Viertel Molo: Der Palazzo San Giorgio blickt auf der einen Seite zum Meer und zum Porto Antico, auf der anderen Seite zur Piazza Caricamento und dahinter zum Genua der Carruggi (Gassen).
Der Palast wurde im 13. Jahrhundert errichtet, als der Capitano del Popolo Guglielmo Boccanegra beschloss, einen „zivilen“ Palast zu bauen, der so prestigeträchtig sein sollte, dass er der religiösen Macht – namentlich der Kathedrale San Lorenzo (damals noch in ihrer romanischen Form, bevor sie Anfang des 14. Jahrhunderts im gotischen Stil neu errichtet wurde) – ebenbürtig war. Es heißt, dass es in diesem zivilen Palast so nah am Hafen von Genua lange Zeit auch Gefängnisse gab, in denen sogar Marco Polo verweilte (der 1298 während der Seeschlacht von Curzola von den Genuesen gefangen genommen wurde).
Im Jahr 1340 begann der Palazzo San Giorgio, sich der Rolle anzunähern, die wir heute kennen, mit der Ansiedlung der ersten Magistraturen zur Kontrolle des Hafenverkehrs und somit des Zolls. Hier fanden auch die Büros der „Compere“ ihren Platz, die die Aufgabe hatten, die dem Gemeinwesen von Privatpersonen gewährten Darlehen zu verwalten. Aus dem Zusammenschluss dieser Compere entstand genau hier die Casa delle Compere e dei Banchi di San Giorgio: So begann 1407 die Geschichte der Banco di San Giorgio, die heute als die erste Institution anerkannt ist, die wie eine moderne Zentralbank agierte.
Jahrhunderte später, im Jahr 1903, kehrte der Palazzo San Giorgio zum Hafen zurück und wurde Sitz des neu gegründeten Consorzio Autonomo del Porto di Genova. Eine Rolle, die von Anfang an festgeschrieben schien: Es heißt nämlich, dass der Entwurf dieses Gebäudes von Frate Oliverio stammte, demselben Mönch, der Jahre zuvor die Verlängerung des Molo Vecchio entworfen hatte.
Was es zu sehen gibt und wie man den Palazzo San Giorgio in Genua besichtigt
Als Sitz der Hafenbehörde ist der Palazzo San Giorgio nicht immer für die Öffentlichkeit zugänglich. Nicht selten werden jedoch besondere Öffnungen organisiert, die oft mit denen anderer institutioneller Gebäude einhergehen: Denken wir an die Veranstaltung „Palazzi svelati“ sowie an die „Domeniche a Palazzo“ und die „Domeniche di Carta“ oder auch an die „Port Days“, die „Rolli Days“ und die „Giornate del Fai“; Tage, an denen geführte Besichtigungen in den interessantesten Räumen des Palastes organisiert werden.
Aufgrund seiner Geschichte, seiner Rolle, seiner Architektur und seiner Lage nur wenige Meter vom Hafen von Genua entfernt, gehört der Palazzo San Giorgio sicherlich zu den bedeutendsten Gebäuden unserer Stadt. Alle Besucher unserer Stadt sind beeindruckt von der großen Renaissance-Fassade zum Meer hin, in deren Mitte die Figur des Heiligen Georg beim Drachentöten hervorsticht, umgeben von den Gemälden der Gründerväter.
Im Inneren gibt es viele Räume, die auf den ersten Blick bestechen: Denken wir an den prächtigen Bogengang, aber auch an die großen Säle des Palastes, vom Sala delle Compere mit seinen Statuen und großen Gemälden bis zum Sala del Capitano mit seinen wunderschönen mehrfarbigen Reliefkacheln arabischer Herkunft (den sogenannten Azulejos). Zu den interessantesten Elementen gehören die große Statue der Madonna Regina und das Register der Zölle.