So lichten Sie den Anker und welchen Trick Sie anwenden können, um Ihren verhakten Anker zu befreien
Wir haben beschlossen, dass es Zeit ist, wieder in See zu stechen: Im Prinzip ist das kein kompliziertes Manöver, vor allem bei Windstille. Aber man muss einige Vorsichtsmaßnahmen treffen, und falls wir doch einmal eine andere Kette einfangen – was in belebten Buchten leicht passieren kann – erfahren Sie hier, wie Sie sich wieder befreien.
Die Schritte zum Befreien unseres verhakten Ankers

Wenn der Anker bei schwachem Wind verhakt ist und wir den Vorwärtsgang nicht benutzen wollen, können wir Zug auf die Kette ausüben, indem wir die Winde betätigen, aber nur ein paar Meter auf einmal. Dann halten wir an, warten, bis das Boot auf der Kette vorrückt und die Spannung durch den zuvor ausgeübten Zug nachlässt, bevor wir die elektrische Winde wieder in Gang setzen. Ein kontinuierlicher Zug würde die Winde übermäßig belasten und könnte sie beschädigen.
Achten Sie auf die Größe des Ankerkasten. Wenn der Ankerkasten tief genug ist, fällt die Kette hinein und ordnet sich korrekt an, ohne Probleme zu verursachen.
Wenn es sich um einen flachen Ankerkasten handelt, häuft sich die Kette unter der Basis der Winde an, bis sie schließlich blockiert oder sogar die Kettenglieder von der Kettennuss springen, mit dem Risiko, dass die gesamte Kette ins Meer rauscht.
Um jede Unannehmlichkeit zu vermeiden, müssen wir das Manöver alle paar Meter der gehobenen Kette stoppen, die Kette unter der Winde von Hand oder mit einem Bootshaken auslegen und dann das Manöver fortsetzen.
Lange bevor sich der verhakte Anker vom Grund löst, wenn nur noch wenige Meter Kette im Wasser sind, ist das Boot nicht mehr fest verankert. Daher ist es wichtig, jemanden im Cockpit zu haben, der mit Motor und Ruder manövrieren kann, um die Position zu halten, nicht auf benachbarte Boote abzudriften und bereit ist, loszufahren, sobald der Anker frei ist, auch wenn er noch teilweise unter Wasser ist.
Es kann vorkommen, dass wir während dieses Manövers mit unserem Anker die Kette oder Leine eines anderen einhaken. Es gibt Vorrichtungen im Handel, die uns das Leben erleichtern können, aber in diesem Fall sind eine Leine und ein Bootshaken mehr als ausreichend, um uns aus der Klemme zu helfen.
Leine und Bootshaken zum Befreien des Ankers
Mit unserer Winde heben wir den Anker so weit wie möglich zur Meeresoberfläche.
Dann nehmen wir eine Leine, befestigen ein Ende an einer Klampe und machen am anderen Ende eine Schlaufe, die wir hinunterlassen, bis sie die Kette trifft, unter der unser Anker steckt.
Mit dem Bootshaken fischen wir die Schlaufe und achten darauf, dass unsere Leine unter der Kette durchgeht und so eine Schlinge bildet. Nachdem wir die Schlaufe an Bord gebracht haben, spannen wir die Leine maximal und befestigen sie an einer Klampe.
Jetzt können wir etwas Kette fieren und so unseren Anker befreien, indem wir ihn am Bugbeschlag befestigen. Um uns endgültig zu befreien, müssen wir nur eines der Enden der Leine lösen, die wir zum Anheben der Kette verwendet haben, die dann wieder auf den Grund fällt.
Motor an und los geht’s. Natürlich vom Marina Porto Antico aus!
Verhakter Anker: Fragen und Antworten
Wie lässt sich die Wahrscheinlichkeit eines verhakten Ankers verringern?
Es besteht kein Zweifel: Die erste und wichtigste Regel, um ein Verhaken des Ankers zu vermeiden, ist das Ankern in ausreichendem Abstand zu anderen Booten. In viel besuchten Buchten ist dies, besonders im Hochsommer, nicht immer möglich: Daher wird es wichtig, die Ankerlinien der anderen zu „interpretieren“.
Was ist der Unterschied zwischen einem verhakten und einem festsitzenden Anker?
Die Antwort ist einfach: Ein festsitzender Anker ist typischerweise am Meeresgrund blockiert, etwa in einem Felsen verklemmt. Von einem verhakten Anker spricht man hingegen eigentlich dann, wenn die Blockierung durch eine andere Ankerkette verursacht wird.
Welche Vorrichtungen ermöglichen es, die Situation schnell zu lösen?
Wir haben gesehen, dass es mit einer Leine und einem Bootshaken möglich ist, den Anker mit der richtigen Technik und etwas Geduld in wenigen Minuten zu befreien. Es muss jedoch erwähnt werden, dass es auch spezielle Vorrichtungen gibt, die die Sache noch einfacher machen können: Es gibt nämlich Gleitvorrichtungen, mit denen man die Position des Ankers vom Bord aus verändern kann, um ihn ohne den Einsatz des Bootshakens zu lösen.
Bei beiden Techniken ist es wichtig, stets die Ruhe zu bewahren. Im Notfall – etwa bei einem aufziehenden Sturm – kann man sich eventuell dazu entscheiden, das Ankergeschirr zurückzulassen, um die Fahrt sofort wieder aufzunehmen und das Boot in einen geschützten Hafen zu bringen.